Die schönsten Plätze in Rom

geschrieben von am 8. Dezember 2019 in Sehenswürdigkeiten mit 5 Kommentare

Die schönsten Plätze in Rom. Ohne seine Plätze wäre Italien definitiv nicht dasselbe. Das städtische Wohnzimmer im Freien, das die Italiener liebevoll „Piazza“ nennen, ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Stadt und jeden Dorfes in Bella Italia. Hier spielt sich das Leben ab. Somit ist die Piazza ein ganz zentraler Bestandteil des typisch italienischen Lebensgefühls. Denn die Piazza vereint das alltägliche Leben mit der Geschichte, Architektur, Familie und Freunden. So entsteht ein Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl. Daher stelle ich euch heute die 7 schönsten Plätze in Rom vor, auf denen ihr das Dolce Vita in vollen Zügen genießen könnt.

Auf die Piazza, fertig, los: Die 7 schönsten Plätze in Rom!

1. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza San Pietro

Diesen Platz kennt jeder, auch ohne jemals in Rom gewesen zu sein. Erschaffen wurde die monumentale Piazza San Pietro (auf deutsch Petersplatz) vor dem Petersdom von dem Künstler Lorenzo Bernini von 1656 bis 1667 unter Papst Alexander VII.

Auf der Piazza vor der Basilika stehen zwei Springbrunnen. Sie sind symmetrisch angeordnet und rechts von dem 25 Meter hohen Obelisken in seiner Mitte. Könnt ihr euch vorstellen, dass für die Aufrichtung des Obelisken, der auf ein Gewicht von über 300 Tonnen kommt, 900 Männer, 150 Pferde und 47 Seilwinden benötigt wurden?

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Ein weiteres Highlight des Petersplatz sind seine berühmte Kolonnaden, die wie eine große „Umarmung“ die Stadt Rom und die Welt umarmen. Sie bestehen aus mehreren Säulenreihen, sind stolze 320 Meter lang und werden von 140 Statuen überragt. Zugleich bilden sie die Staatsgrenze zwischen der Vatikanstadt und Italien.

Was auf den ersten Blick aussehen mag wie ein Labyrinth aus gigantischen Säulen, hat jedoch eine Besonderheit. Die erkennt ihr nur, wenn ihr auf der Fliese in der Nähe des Obelisken in der Mitte des Petersplatzes innehaltet!

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Von exakt dieser Position aus betrachtet bilden die vier Säulenreihen plötzlich eine einzige. Diesen brillanten optischen Effekt erzielte Bernini durch die allmähliche Vergrößerung des Durchmessers der Abstände zwischen den Säulen. Wie ihr seht, lohnt es sich durchaus, auch den Platz vor und nicht nur das berühmte Gebäude auf der Piazza anzuschauen.

2. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza del Popolo

Auch im Zentrum der nächsten Piazza del Popolo steht ein riesiger Obelisk aus dem antiken Ägypten. Der Obelisco Flaminio im Zentrum der weitläufigen Piazza ist der zweitälteste und mit einer Höhe von 23,90 m auch der zweitgrößte ägyptische Obelisk in Rom. Besonders eindrucksvoll lässt sich die Piazza del Popolo übrigens vom Pincio aus betrachten. Pincio, das ist der Hügel mitsamt Aussichtsterrasse, der den Platz (einer der größten und schönsten in Rom) überragt.

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Gleich drei wichtige Hauptstraßen gehen von der Piazza del Popolo aus. Die Via del Corso, die Via del Babuino und die Via di Ripetta. Dieser Straßenfächer ist bei den Römern auch als Tridente (Dreizack) bekannt. Die mittleren der drei Straßen ist die Via del Corso – die Hauptschlagader des Shoppings innerhalb der römischen Altstadt. Sie wird von den sogenannten Zwillingskirchen eingerahmt. Links des Corso steht Santa Maria in Montesanto und rechts davon Santa Maria dei Miracoli.

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Auf der gegenüberliegenden Seite, also im nördlichen Teil der Piazza del Popolo steht die Porta del Popolo oder Porta Flaminia. Ein imposantes Tor in der antiken aurelianischen Stadtmauer. Die Innenseite des Portals ist mit der Inschrift „FELICI FAUSTOQUE INGRESSUI MDCLV“ (auf Deutsch: Für einen glücklichen und günstigen Eingang) versehen, die auch von dem berühmten Künstler Bernini (u.a. auch der Architekt des Petersplatzes) gestaltet wurde. Nur einige wissen außerdem, dass der Platz bis Mitte des 19. Jahrhunderts einer der Orte war, an dem die päpstliche Regierung zahlreiche Todesurteile vollstreckte.

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3. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza Campo de’ Fiori

Ähnlich wie die Piazza del Popolo ist auch die Piazza Campo de’ Fiori einer der Plätze in Rom, an denen öffentliche Hinrichtungen stattgefunden haben. An diese grausame Vergangenheit erinnert mittlerweile lediglich die Statue des Philosophen Giordano Bruno, der dort am 17. Februar 1600 als Ketzer verbrannt wurde. Heutzutage ist die Piazza Campo dei Fiori aber der Inbegriff eines typisch italienischen Marktplatz: Bunte Blumen, Obst & Gemüse und allerlei Souvenirs umringt von Gebäuden mit wunderschönen Fassaden. Besonders bekannt ist die Piazza nämlich vor allen Dingen für ihren Markt. Der findet jeden Morgen (außer sonntags) statt und lockt Touristen und Römer gleichermaßen an.

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Dieser Markt blickt auf eine lange Tradition zurück: 1869 wurde der Blumenmarkt von der nahegelegenen Piazza Navona auf den Campo de’ Fiori (deutsch: Feld der Blumen) verlegt, auf dem zuvor noch der Pferdemarkt abgehalten wurde. Dass der Platz so zu seinem Namen kam, liegt zwar nahe, ist aber falsch. Denn der Name des Campo (Feld), so lautet der Spitzname des Campo de’ Fiori, stammt schon aus dem Mittelalter. Also lange bevor die Römer hier einen Marktplatz etablierten; aus einer Zeit, als die Piazza Campo de’ Fiori tatsächlich noch ein Feld mit vielen Blumen war.

Anders als die meisten der schönsten Plätze in Rom ist der Campo de’ Fiori einer der wenigen bedeutenden Plätze in Rom, der weder mit einer Kirche, noch mit einem anderweitig wichtigem Gebäude verknüpft ist. Für mich ist es aber definitiv einer der schönsten Plätze in Rom voller Farben und Leben.

4. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza Navona

Die Piazza Navona ist eine italienische Piazza wie aus dem Bilderbuch. Hier trefft ihr Maler, Straßenkünstler und Musiker zwischen Springbrunnen und eingerahmt von italienischen Cafés und eleganten Palazzi. Imposant ist der Brunnen in der Mitte der Piazza, über den ich bereits ausführlich im Artikel über die schönsten Brunnen Roms berichtet habe.

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Die Piazza Navona ist einer der spektakulärsten und charakteristischsten Stadtkomplexe des barocken Roms. Dabei liegen seine Ursprünge, wie so oft in Rom, bereits in der Antike. Die Gebäude, die den Platz begrenzen, wurden auf den Überresten des Stadions von Domitian erbaut, das der antike Kaiser 86 n. Chr. für die Durchführung von Leichtathletik-Wettbewerben und Pferderennen gebaut hatte.

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Später wurde die Piazza Navona, dann zeitweise sogar zu einer Art Freibad, in dem sich Adlige und Plebs während der heißen römischen Sommer erfrischen konnten. Hierzu hat man die Abflüsse der Brunnen verstopft und mit dem Wasser den Platz vollständig geflutet. Im Juni 1652 wurde dieses ungewöhnliche „städtische“ Schwimmbad mit einer großen Party eingeweiht. Nach etwa 214 Jahren verbot Papst Pius IX. diese spielerische Erfrischung kategorisch unter Berufung auf Hygienegründe. Seitdem ist der Platz nie wieder überflutet worden, auch wenn seine Berufung zur Unterhaltung nie versagt hat.

Wenn ihr im Winter in Rom unterwegs seid, dann findet ihr auf der Piazza Navona den bekanntesten Weihnachtsmarkt der ewigen Stadt.

5. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza della Rotonda

Der Piazza della Rotonda beherbergt das wunderbare Pantheon.

Der antike Tempel, der kurzerhand zur katholischen Kirche (Basilica di Santa Maria ai Martiri) umfunktioniert wurde, ist eines meiner persönlichen Lieblingsgebäude in der ewigen Stadt. Deshalb darf die dazugehörige Piazza in meiner Liste der schönsten Plätze Roms natürlich auch nicht fehlen.

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Der Platz war seit dem Mittelalter Schauplatz eines Marktes. Damals war er aber noch unbefestigt und fand unter schlechten hygienischen Bedingungen stand. Die Masse, der von den Marktständen zurückgelassenen Abfälle, führte im Laufe der Jahre zu einer Zunahme des Bodens im Vergleich zur Basilika. Auch der Brunnen der Piazza della Rotonda musste vergrößert und etwas angehoben werden, um die unterschiedliche Höhe des Platzes auszugleichen. Wenn ihr euch den Brunnen anschaut, werdet ihr bemerken, dass das Podest auf dem er steht, fünf Stufen auf der dem Pantheon zugewandten Seite und nur zwei Stufen auf der gegenüberliegenden Seite hat.

Stundenlang könnte ich auf den Stufen vor dem Brunnen der Piazza sitzen und das quirlige Treiben zu Füßen des Pantheons beobachten. Ein Blick in “Antica Salumeria”, eine kleine Feinkost-Metzgerei direkt auf dem Platz (links vom Pantheon), solltet ihr nicht versäumen. Ein kleiner uriger Laden, in dem die Schinken von der Decke hängen und ihr frisch belegte Panini kaufen oder euch einen echten italienischen Aperitif gönnen könnt.

6. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza del Campidoglio

Wetten, dass ihr mit der Piazza del Campidoglio schon in Berührung gekommen seid, ohne überhaupt davon zu wissen? Vielleicht sogar ohne überhaupt in Rom gewesen zu sein? Die Piazza del Campidoglio ziert nämlich die italienische 50 Cent Münze. Auf deutsch wird die Piazza del Campidoglio meist auch Kapitolsplatz genannt, da sie auf dem Kapitolshügel, einem der berühmten sieben Hügel Roms, liegt. Der Kapitol ist zwar der kleinste der sieben römischen Hügel, aber hatte stets eine besondere politische Bedeutung für die Stadt. Auf seinem Gipfel erhoben sich der Tempel der Juno Moneta und der Jupiter Tempel.

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Sein heutiges Aussehen erhielt der Kapitolsplatz von Michelangelo. Dieser entwarf die Piazza del Campidoglio nämlich und richtete sie auf die Peterskirche, die damals nicht nur das geistliche, sondern auch das politische Zentrum der Stadt war, aus. In der Mitte des Platzes wurde eine überlebensgroße bronzene Reiterstatue des römischen Kaisers Marcus Aurelius aufgestellt. Um die Statue herum erstreckt sich die trapezförmige Piazza mit dem unverwechselbaren Sternenmuster, das in weißem Marmor der Piazza eingelassen ist. Die Statue, die wir heute auf dem Platz sehen können, ist eine getreue Nachbildung davon, das Original der Statue steht in den kapitolinischen Museen.

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Die Piazza del Campidoglio ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt. Nicht nur wegen ihrer Lage, sondern auch, weil hier die Kapitolinischen Museen liegen. Außerdem beherbergt die Piazza auch die bekannte Statue der Wölfin, die der Legende nach Romulus und Remus säugte. Die Wölfin auf der Säule ist nur eine Kopie des Originals, das ebenfalls in den Kapitolinischen Museen aufbewahrt wird.

7. Die schönsten Plätze in Rom: Piazza Santa Maria in Trastevere

Trastevere, das charakteristische Viertel jenseits des Tibers mit seinen bezaubernden Gassen, Geschäften, Restaurants und Bars darf mittlerweile eigentlich bei keinem Besuch in Rom fehlen. Wenn es einen Platz gibt, der als das Herz des Trastevere-Viertels angesehen werden kann, ist es ganz ohne Zweifel die Piazza Santa Maria in Trastevere.

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Eingefügt in ein mittelalterliches Stadtgefüge aus kleinen verwinkelten Gässchen mit Kopfsteinpflaster eröffnet sich die Piazza wie eine Lichtung. Besonders eindrucksvoll ist die namensgebende Basilika Santa Maria in Trastevere. Das ist die älteste Marienkirche in Rom, mit einem herrlichen Mosaik auf der Fassade und dem Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert. Seine heutige Form verdankt der Platz, wie so oft in Rom, dem Barock. Doch das Areal rund um die Piazza wurde bereits in römischer Zeit erbaut. Hier wurden sogar Reste und Inschriften aus der republikanischen und kaiserlichen Zeit sowie Fundamente von Häusern und Tempeln entdeckt.

Dieser Platz, wie das Forum im alten Rom, war schon immer der Ort der Begegnung und diese Funktion hat er sich bis heute bewahrt. Besonders in den Abendstunden ist der Brunnen in der Mitte der Piazza ein beliebter Treffpunkt. Ein Sinnbild des italienischen Lebensgefühls, allein deshalb ist er für mich einer der schönsten Plätze in Rom.

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