Campo de‘ Fiori in Rom

geschrieben von am 26. Mai 2020 in Sehenswürdigkeiten mit aktuell keine Kommentare

Campo de’Fiori in Rom. Ach Rom, du hast so viele schöne und einzigartige Orte, die mich immer wieder auf’s Neue verzaubern. Einer von den vielen hat es mir allerdings ganz besonders angetan. Der Campo de’ Fiori. Warum mich ausgerechnet dieser Marktplatz so ins Schwärmen bringt, liegt wahrscheinlich daran, weil er, wie Rom selbst, eine so wundervoll bunte Mischung aus verschiedenen Farben, Gerüchen, Epochen und Geschichten ist und unheimlich wandelbar zugleich. Er schlägt die Brücke von Tag zu Nacht und von damals bis heute. Wie er das tut und warum der Campo de’ Fiori in Rom nicht wie die anderen Plätze der Ewigen Stadt ist, verrate ich euch im folgenden Artikel. Wenn ihr mehr über den berühmtesten Marktplatz Roms und seine Geschichte erfahren wollt, seid ihr also hier goldrichtig.

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Der Campo de’ Fiori Rom: Melting Pot in der ewigen Stadt

Campo de’ Fiori, das ist doch dieser Marktplatz in Rom, oder? Hat neulich eine Passantin im Zug lautstark ihren Begleiter gefragt, der das relativ unbeteiligt abnickte. Und es fiel mir schwer mich nicht einfach ungefragt in das Gespräch der beiden einzumischen. Ja und nein hätte ich ihr am liebsten geantwortet. Der Campo de’ Fiori ist in der Tat ein Marktplatz in Rom, das stimmt schon. Gleichzeitig ist er aber so viel mehr.

Die Dinge, die es in Rom zu sehen gibt, nehmen manchmal eine andere Funktion ein, egal ob es Tag oder Nacht ist. Nur eines bleibt eigentlich immer unverändert: Der Charme. Die Piazza Campo de Fiori in Rom verdeutlicht diese Vielseitigkeit wie kaum eine andere. Tagsüber nimmt sie ihre Rolle als Markt ein, auf dem man einfach alles findet, während sie abends für das Nachtleben, die Kneipen, Restaurants und Partys lebendig wird. Kurz gesagt, der Platz des Campo de’ Fiori in Rom sammelt den römischen Volksgeist, ob es nun Tag oder Nacht ist, und zieht damit Touristen wie Einheimische in seinen Bann. Wen wundert es da, dass selbst Woody Allen auch den Campo de’ Fiori (unter anderen) als Schauplatz für seinen Film “To Rome with Love” verwendet hat.

Der Markt am Campo de’ Fiori in Bella Roma

Der Markt auf der Piazza Campo dei Fiori in Rom ist der malerischste und reichste Markt in der ganzen Stadt und, wenn ihr den Geist und das Wesen der ewigen Stadt erleben und einfangen möchtet, dann solltet ihr diesen nicht verpassen.

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Ihr findet den Markt auf dem gleichnamigen Platz, nur wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt und zwar immer von Montag bis Samstag von 7 bis 14 Uhr. Sonntags gönnen sich die Händler, die die Stände betreuen, eine wohlverdiente Ruhepause.

Die Geschichte des berühmtesten Marktplatzes auf dem Campo dei Fiori in Rom begann 1869, als der wichtigste Markt der Hauptstadt von der Piazza Navona auf diesen Platz verlegt wurde. Am Anfang wurden nur Obst und Gemüse verkauft, und der Campo de’ Fiori war das unbestrittene Königreich der „Vignarole“, der Damen, die jeden Tag vom Feld mit ihrem Gemüse kamen, das sie direkt auf dem Platz putzten.

Mit der Zeit erweiterte sich der Markt und damit auch das Angebot. Heute finden die Besucher an den Ständen Blumen, Fisch und Fleisch, Gewürze, Kräuter sowie Obst und Gemüse. Es gibt alte Stände, die die Jahrzehnte überdauert haben und ein lebendiges Relikt aus den alten neorealistischen Filmen der Nachkriegszeit sind und an denen heute wie damals Obst und Gemüse feilgeboten wird. Es gibt aber auch neuere, an denen Andenken, Taschen und Handwerks- und Geschenkartikel verkauft werden.

Echte Römer, die lauthals Zucchini und Tomaten anpreisen, neben gut situierten bürgerlichen Frauen und einfachen Hausfrauen mit ihren Einkaufstaschen sowie Touristen jeder Altersklasse – all das findet ihr auf dem lebensfrohen Marktplatz auf der Campo de’ Fiori in Rom.

Wie der Campo de’ Fiori zu seinem Namen kam…

Viele Legenden (die mehr oder weniger wahrscheinlich sind) ranken sich um die Frage, wie der Campo de’ Fiori von den Römern oft nur als Campo ( Feld) bezeichnet, zu seinem Namen kam. Campo de’ Fiori bedeutet Blumenfeld.

Tatsache ist, dass sich vor mehreren Jahrhunderten an dieser Stelle eine große blühende Fläche befand. Sie wurde auf der einen Seite von einer Reihe von Palazzi einer wohlhabenden Familie begrenzt und auf der anderen Seite fiel sie zum Tiber hinab.

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Zum Ende des 15. Jahrhunderts hin änderten sich die Dinge: Der Markt des Campidoglio wurde auf die nicht weit entfernte Piazza Navona verlegt. Damit begann eine Umgestaltung der gesamten Umgebung (einschließlich Piazza Campo de’ Fiori) und in dem Areal wurden Gasthäuser und Tavernen gebaut.

Papst Sixtus IV. ordnete die Renovierung und Umstrukturierung des Platzes an, der schließlich zu einem wichtigen Geschäftszentrum wurde und zu seinem heutigen Aussehen kam. Spätestens 1869, als der Markt auf der Piazza Navona hierher verlegt wurde, wurde der Campo de’ Fiori in Rom offiziell zum Wirtschafts- und Handelszentrum der Innenstadt geadelt.

Die Statue von Giordano Bruno und ihre Geschichte

Wusstet ihr, dass der Campo de‘ Fiori in Rom jahrhundertelang einer der wichtigsten Plätze war, auf denen öffentliche Hinrichtungen stattfanden? Einer der wichtigsten Zeugen dieses dunklen und grausamen Kapitels steht genau in der Mitte des Platzes und zwar in Form einer Statue. Auf einem Sockel steht ein geheimnisvoller Mann mit einer Kapuze und einem Buch in der Hand: Giordano Bruno.

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Der Philosoph und Dominikanermönch, Giordano Bruno, wurde am 17. Februar 1600 lebendig auf dem Campo de’ Fiori in Rom verbrannt. Seine Theorie, dass das Universum unendlich sein könnte und dass die Sonne kein fester Punkt am Himmel sei, war für die Heilige Inquisition damals „ketzerisch“. Er wurde auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Fast 300 Jahre später, am 9. Juni 1889, wurde schließlich ihm zu Ehren ein Denkmal eingeweiht. Ein Werk von Ettore Ferrari, das noch heute in der Mitte des Platzes steht.

Die Idee das Denkmal zu errichten kam eigentlich von einigen Studenten, gemeinsam mit Antonio Labriola, einem Universitätsprofessor für Philosophie. Auch damals war es übrigens alles andere als einfach, die Statue des antiklerikalen Symbols im Herzen Roms zu platzieren, nicht nur wegen der Präsenz des Vatikans.

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Weitere Besonderheiten vom Campo de’ Fiori

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass der Platz des Campo de’ Fiori in Rom der einzige der historischen Plätze in Rom ist, auf dem keine Kirche steht. Das ist nur eine der Besonderheiten rund um den malerischen Marktplatz inmitten der Ewigen Stadt. Hier sind ein paar weitere Hintergrundinfos über einen der schönsten Plätze in Rom:

Die “Terrine”

Dort, wo heute die Bronzestatue Giordano Brunos steht, befand sich einst ein großer Brunnen, der von einem gewölbten Deckel mit einer Kugel in der Mitte gekrönt wurde, wodurch er einer großen Terrine sehr ähnlich sah. Aus diesem Grund begannen die Römer, die die außergewöhnliche Gabe haben, Spitznamen für alles und jeden zu erfinden, ihn als „die Terrine“ zu bezeichnen. Der Brunnen, der auf dem Deckel die seltsame Inschrift “Ama Dio e non fallire, fa del bene e lascia dire”, also Liebe Gott und versage nicht, tue Gutes und lass es gesagt sein, trug (wahrscheinlich inspiriert von den dort vollstreckten Todesurteilen), wurde 1924 verlegt, um Platz für die Marktstände zu schaffen. Im selben Jahr wurde ein ähnliches Modell (diesmal allerdings ohne Deckel) hergestellt, das ihr heute am südlichen Ende des Platzes bewundern könnt.

Das Cinema Farnese auf dem Campo de’ Fiori in Rom

Im Campo de‘ Fiori gibt es auch das Cinema Farnese, eines der ältesten Kinos in Rom. Es war bereits in den 30er Jahren aktiv, als es Theateraufführungen veranstaltete. Sein Name damals war „Cinema Romano“ – auf Deutsch „Römisches Kino“. In den 70er Jahren war es der Treffpunkt von Künstlern, Dichtern und Intellektuellen wie Pasolini, Moravia und Guttuso, um nur einige zu nennen. Besonders die Cineasten unter euch wird es freuen, zu erfahren, dass das Cinema Farnese nicht nur eng mit der Filmgeschichte Italiens verbunden ist, sondern auch heute noch mehrsprachige Filme anbietet – und das mitten im Herzen Roms! Auf einem Platz, der auch selbst mehrfach auf der großen Leinwand zu bestaunen war.

Die umliegenden Gassen

Es gibt drei Straßen, die zu dem Platz führen, deren Namen sehr interessant sind: Via dei Giubbonari, Via dei Cappellari und Via dei Chiavari. Diese Namen stammen aus dem römischen Dialekt und bedeuten „die Straße der Jackenschneider“, „die Straße der Hutmacher“ und „die Straße der Schlüsselmacher“. Das liegt daran, dass diese Gassen voller kleiner Läden waren, die diese Gegenstände hergestellt und verkauft haben. Wenn ihr Zeit habt, dann solltet ihr unbedingt auch die umliegenden Gassen erkunden und ein bisschen durch die Läden zu bummeln.

Essen und Trinken rund um die Piazza

Wie bereits angedeutet ist der Campo de’ Fiori nicht nur tagsüber, wenn der Markt stattfindet, eine beliebter Aufenthaltsort, sondern auch in den Abendstunden ein Hotspot und Dreh- und Angelpunkt im Nachtleben der italienischen Hauptstadt. Kneipen, Bars und Restaurants dürfen da natürlich nicht fehlen.

Forno Campo de ‚Fiori (Piazza Campo de‘ Fiori 22, Rom)

Der Forno Campo de’ Fiori ist eine waschechte römische Bäckerei. Für mich gibt es kaum einen besseren Ort, an dem man sich ein Stück Pizza Bianca mit Mortadella (definitiv eines der römischen Nationalgericht in punkto Streetfood). Die Öffnungszeiten sind täglich von 7:30 Uhr bis 14:30 Uhr sowie von 16:45 Uhr bis 20 Uhr. Im Juli und August entfällt allerdings der Samstagnachmittag.

Obicà Mozzarella Bar – Campo dei Fiori (Piazza Campo de‘ Fiori 16, Rom)

Die Obicà Mozzarella Bar gehört zu einer Pizzakette, die sich auf qualitativ hochwertige Mozzarella und Burrata spezialisiert hat. Auch unabhängig vom Abendessen lässt es sich dort schön zu sitzen: Zur Happy Hour zwischen 17 Uhr und 19 Uhr kostet ein Aperitif mit Bier, Wein oder Cocktail nur 6 Euro und gratis gibt’s Snacks dazu.

The Drunken Ship (Piazza Campo de‘ Fiori 20/21, Rom)

Das Pub The Drunken Ship ist ein beliebter Spot für einen Drink inklusive People-Watching auf der Piazza. Falls ihr ein begrenztes Budget habt, empfehle ich euch das Orusdir Pub (Via dei Cappellari 130, Rom) da es in einer Seitenstrasse liegt und nicht direkt an der Piazza sind die Preise ein bißchen niedriger und das Publikum dementsprechend jünger und studentischer.

Roscioli (Via dei Giubbonari 21, Rom)

Das Roscioli ist ein Wurstwaren- bzw. Feinkostgeschäft mit eigener Küche, also einem kleinen Restaurant, in dem ihr (MIT RESERVIERUNG) an ein paar Tischen typische Produkte und Gerichte (wie zum Beispiel auch Carbonara oder Cacio Pepe) probieren könnt. Ohne Reservierung könnt ihr euch an der Wurst und Käsetheke mit allerlei Köstlichkeiten eindecken. Die Öffnungszeiten sind immer – bis auf sonntags – von 12:30 Uhr bis 16 Uhr sowie von 19 Uhr bis 24 Uhr.

Wenn euch jetzt nicht auch das Wasser im Munde zusammengelaufen ist und ihr Lust auf einen Marktbesuch oder eine ausgedehnte Food-Tour durch Rom bekommen habt, weiss ich auch nicht weiter 🙂 Für Gourmets (und alle die es werden wollen) ist der Campo de’ Fiori in Rom jedenfalls ein absolutes El Dorado.

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